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Veranstaltungen

Unter Veranstaltungen verstehen wir in diesem Fall nicht Demos oder dergleichen, sondern Info- und Diskussionsveranstaltungen, in denen ihr euer Anliegen verbreitet, über die Situation informiert oder gemeinsame Gegenaktivitäten plant und vorstellt. Zuerst müsst ihr euch folgende Fragen beantworten:

Was wollen wir mit der Veranstaltung erreichen?

Wen wollen wir erreichen?

In eurer Gegend gibt es eine ausgeprägte rechte Jugendkultur/einen Naziladen/eine Nazikneipe oder aktive Naziorganisation? Dann bietet sich eine Infoveranstaltung mit Vortrag an. Hier können ReferentInnen Informationen über Nazistrukturen, erfolgreiche Gegenkampagnen etc. einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Ihr seid eine Gruppe, die sich mit einem Thema beschäftigt, seid in einem Bündnis oder wollt einfach Interessierten mehr Informationen zu einer bestimmten Thematik zukommen lassen und gemeinsam Gegeninitiativen erarbeiten? Dann könntet ihr ein Seminar veranstalten. Dabei kann es sich um ein reines Arbeitsseminar für Menschen mit Vorbildung handeln oder um ein Informationsseminar für diejenigen, die ein Problem erkannt haben, aber nicht wissen, was sie tun sollen. Ihr wollt in eurer Klasse/Gruppe oder in eurem Jugendtreff ausführliche Informationen erhalten und euch mehr Wissen oder Durchblick erarbeiten? Dann könnt ihr einen Workshop veranstalten. In eurer Stadt/Gemeinde gibt es einen Jugendclub, der akzeptierende Sozialarbeit anbietet. Ihr wollt über die Kritik an dieser Form der Jugendsozialarbeit und die Erfahrungen damit informieren und anschließend mit Vertretern des Jugendamtes über das gehörte diskutieren? Hier bietet sich eine Infoveranstaltung mit ReferentInnen zum Thema an und eine anschließende Podiumsdiskussion.

Schließlich wollen wir Euch ein paar Tipps geben, was ihr gegen die Störung eurer Veranstaltungen durch Nazis tun könnt.

Infoveranstaltungen

Es gibt viele Gründe, die den Bedarf an einer Infoveranstaltung entstehen lassen. Vielleicht wollt ihr einer breiten Öffentlichkeit Informationen zukommen lassen, weil ihr denkt, dass sie das Thema interessieren könnte oder sollte, oder ihr habt ein konkretes Problem, auf das ihr aufmerksam machen wollt.
Am Anfang sollten folgende Überlegungen stehen:

Räumlichkeiten

Wenn ihr eine breite Öffentlichkeit erreichen wollt, solltet ihr Räumlichkeiten wählen, die gut zu erreichen sind und bei denen keine Berührungsängste bestehen. In den Versammlungsraum im Hinterhaus eines besetzten Hauses wird sich kein Bürger trauen, selbst wenn er den Weg findet. Fragt im Gemeindehaus, bei Gewerkschaften oder im Jugendzentrum nach.
Oft ist es schwierig abzuschätzen, wie viele Personen kommen werden. Neben der Werbung hängt dies von verschiedenen Faktoren ab: Wie aktuell ist das Thema? Gibt es gerade einen konkreten Anlass, auf den sich die Veranstaltung stützt? Gibt es ein großes Medieninteresse? Oft reagiert die Öffentlichkeit erst, wenn sie selbst betroffen ist, sei es durch Imageschaden oder durch "echte" Betroffenheit und die Erkenntnis, dass auch ihre Stadt oder Gemeinde ein Problem mit Rechten hat. Versucht die Größenordnung realistisch einzuschätzen. Ein großer Saal mit vielen leeren Sitzplätzen ist ebenso frustrierend wie wenn die Hälfte der Leute vor der Tür stehen muss und keiner mehr ein Wort versteht. Denkt auch an die Präsentationsmedien, die für den Vortrag benötigt werden. Gibt es die Möglichkeit eine Leinwand aufzustellen oder an die Wand zu hängen? Ist es möglich den Raum abzudunkeln?
Gibt es die Möglichkeit, einen Info- oder Büchertisch im Vorraum aufzustellen? Denkt bei der Reservierung der Räumlichkeiten daran, dass ihr auch Zeit braucht, um die Technik aufzubauen und evtl. zu dekorieren (Wandzeitung etc.). Achtet auf Spielraum, sonst wird es schnell hektisch.
Kümmert euch rechtzeitig um die Räume, da die Adresse ja auch in den Ankündigungen stehen muss. Kurzfristige Änderungen, weil der Raum nicht fest zugesagt war, können dafür sorgen, dass die BesucherInnen an der falschen Stelle vergeblich warten.

Aufbau der Veranstaltung

Ihr solltet euch zuerst den Ablauf der Veranstaltung überlegen. Wie viele Vorträge soll es geben? Welche Pausen dazwischen? Sollen Filme gezeigt werden? Wer übernimmt die Moderation? Wer hält die Vorträge?
Kümmert euch früh genug um das benötigte Material, die Erstellung des Vortrages bzw. den/die ReferentIn.

Im Vorfeld

Je nach Brisanz des Vortrages und je nach lokaler Situation kann es notwendig sein die Veranstaltung zu schützen. Klärt vorher ab, wer das Haurecht hat und eventuell auftauchenden Nazis den Zutritt verweigert. Diese Diskussion erst dann zu führen, wenn die Nazis vor der Tür stehen, ist peinlich und definitiv zu spät.
Sollte ein Schutz nötig sein, klärt vorher, wer ihn organisiert und wie die BesucherInnen notfalls den Ort verlassen können.
Wie wird bei eventuellen Provokationen reagiert, wie bei Polizeieinsätzen? Es ist sehr wichtig, eventuelle Zwischenfälle oder einen ungeplanten Verlauf der Veranstaltung schon im Vorfeld zu berücksichtigen.
Ist es in Ordnung, wenn Leute fotografieren und/oder Tonaufnahmen machen? Falls nicht, sollte das auch kontrolliert werden können. Außerdem sollte das Fotografierverbot vor der Veranstaltung noch mal angesagt werden und vielleicht ein Schild im Eingangsbereich darauf hinweisen.
Ob ihr Nazis in euren Veranstaltungen duldet, müsst ihr entscheiden. Wir denken, dass Infoveranstaltungen zur Information über Nazis gedacht sind, nicht zu ihrer Unterhaltung. Dumme Sprüche und Provokationen haben auf so einer Veranstaltung keinen Platz, und wer die Auseinandersetzung mit Nazis sucht, der soll woanders hingehen. Es ist eure Veranstaltung und die solltet ihr gestalten. Lasst euch nicht auf Diskussionen um die "Meinungsfreiheit" ein. Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen, und eure Energie ist sinnvoller aufgehoben, wenn ihr sie in Gegenaktivitäten investiert. Mehr dazu findet Ihr weiter unten.

Zum eigentlichen Ablauf der Veranstaltung

Zu Beginn der Veranstaltung sollte die Begrüßung stehen. Diesen Job übernimmt der oder die ModeratorIn. Sie stellt den Veranstalter vor (Gruppe/Bündnis xy), den Grund oder Anlass für die Veranstaltung, stellt den/die ReferentIn vor und dankt dann evtl. Spendern, die die Veranstaltung finanzieren. Ihr solltet kurz erklären, ob ihr Nazis und/oder Provokationen duldet, ob Foto- oder Filmaufnahmen erlaubt sind oder nicht.
Danach beginnt der/die ReferentIn mit ihrem/seinem Vortrag. Mehr als 60 Minuten sollte dieser nicht dauern, wenn ein zweiter folgt ist selbst das zu lang. Die Aufnahmefähigkeit ist gerade bei unbekannten Themen sehr gering. Mehr als 3 Aussagen bleiben beim Publikum sowieso nicht hängen. Es besteht die Möglichkeit, sogenannte Handouts (Handreichungen), das heißt kurze Materialsammlungen und Zusammenfassungen zum Vortrag, zu verteilen. Diese sorgen dafür, dass das Publikum zuhause etwas zum Nachlesen und Auffrischen hat. Wenn der Vortrag zu Ende ist, folgt nach kurzen Verständnisfragen und einer Überleitung evtl. der zweite Beitrag. Mehr als Verständnisfragen sollten im direkten Anschluss an den Vortrag nicht gestellt werden, sondern am Ende des letzten Vortrages. Wenn dieser gehalten ist, können Fragen beantwortet werden. Oft entwickeln sich so spannende Diskussionen. Aber denkt daran dem Publikum Zeit zu lassen. Es muss sich nach der Fülle der Informationen erst mal sammeln.
Sind die letzten Fragen beantwortet und kein Gesprächsbedarf mehr vorhanden, schließt ihr die Veranstaltung mit einem Dank an den/die ReferentInnen und an das Publikum. Wenn ihr die Veranstaltung nicht in eigenen Räumen gemacht habt, denkt bitte daran, dass ihr die Räumlichkeiten wieder sauber hinterlasst. Dann habt ihr bei der nächsten Veranstaltung gute Chancen, die gleichen Räume noch mal nutzen zu können.
Setzt euch nach der Veranstaltung noch mal zusammen und redet über den Abend. Haltet fest, was gut lief und was nicht, das kann euch für die nächste Veranstaltung nur nützen!

Podiumsdiskussion

Eine Podiumsdiskussion bietet sich dann an, wenn ein Thema oder ein Problem in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert werden soll. Auch wenn ihr die für bestimmte Missstände in eurer Stadt Verantwortlichen zur Rede stellen wollt, kann eine Podiumsdiskussion dafür den geeigneten Rahmen bieten.
Im Vorfeld der Veranstaltung müsst ihr euch im Prinzip die selben Fragen stellen wie bei einer Infoveranstaltung. Also: Worum soll es genau gehen, für wen macht ihr das Ganze, wie viele Leute werden voraussichtlich kommen? Ihr müsst euch um geeignete Räumlichkeiten kümmern, müsst die DiskussionsteilnehmerInnen einladen und euch Gedanken darüber machen, welche Kosten dabei auf euch zukommen und wie ihr das finanzieren wollt. Und natürlich dürft ihr auch nicht vergessen, für eure Veranstaltung frühzeitig zu werben.
Überlegt euch gut, welche Leute ihr einladen wollt. Mitunter das Wichtigste bei einer Podiumsdiskussion ist, dass die Personen auf dem Podium gegensätzliche Meinungen und Standpunkte zu eurem Thema vertreten.
Ihr müsst euch überlegen, wer die Diskussion moderieren soll. Das sollte eine Person übernehmen, die zum einen natürlich mit der Thematik vertraut ist, zum anderen aber auch in der Lage ist, sich gegenüber den DiskussionsteilnehmerInnen durchzusetzen. Sie muss die Diskussion leiten und dafür sorgen, dass die RednerInnen nicht vom Thema abschweifen, sich in endlosen Reden ergehen oder sich beständig gegenseitig ins Wort fallen.
Zu Beginn der Veranstaltung kann der oder die ModeratorIn kurz ins Thema einführen und die Vorstellung und Begrüßung der Podiumsgäste übernehmen. Anschließend hält jedeR ReferentIn einen kurzen Vortrag, in dem er/sie seine/ihre Sichtweise zum Thema darlegt. Danach diskutieren die ReferentInnen miteinander. Das macht natürlich nur dann Sinn, wenn sie nicht alle einer Meinung sind. Wenn sich die ReferentInnen nur gegenseitig auf die Schulter klopfen und sich bestätigen, könnt ihr euch natürlich über die harmonische Veranstaltung freuen, aber bringen tut´s nicht wirklich was. Spannender ist es, wenn ihr z.B. bei einer Diskussion um akzeptierende Sozialarbeit in eurem lokalen Jugendclub den zuständigen Stadtrat und Jugendpfleger (die beide das Konzept befürworten) und ein oder zwei ReferentInnen, die schlechte Erfahrungen mit dieser Art der Jugendsozialarbeit gemacht haben, einladet. Natürlich sollten die Personen auf ihrem Gebiet fit sein und der Diskussion gewachsen sein. Kontroverse Diskussionen, bei denen es auch (verbal) mal kracht, sind immer spannend. Kommt aber bitte nicht auf die Idee euch Nazis einzuladen, da die einen anderen Standpunkt vertreten als ihr. Denen solltet ihr wirklich nie ein Forum bieten.
Überlegt euch vorher, ob und wann ihr Fragen oder Diskussionsbeiträge aus dem Publikum zulassen wollt.

Seminare

Seminare bieten viel Raum für die Vertiefung von Inhalten, zum Erarbeiten und Lernen, zum Diskutieren und Reflektieren von Erfahrungen.
Im Gegensatz zu Infoveranstaltungen, bei denen im Vorfeld nie klar ist, wer überhaupt kommt, kann die Planung von Seminaren durch eine Voranmeldung erleichtert werden. Deswegen vergesst eine langfristige, zielgruppengerechte und gute Werbung (natürlich mit Rückmeldeadresse) nicht. Der Ankündigungstext sollte alle wesentlichen Seminarinhalte aufführen, damit die Erwartungen der TeilnehmerInnen nicht enttäuscht werden. Achtet darauf, dass ihr die Zahl der TeilnehmerInnen begrenzt. Ein Seminar lebt von gemeinsamen Diskussionen, deshalb sollte es in einem überschaubaren Rahmen stattfinden. Vor dem eigentlichen Seminar steht die Organisation. Kontaktiert früh genug den/die ReferentInnen. Klärt mit ihnen ab, welche Erwartungen ihr mit dem Seminar verbindet und wie lange das Ganze dauern soll. Auch sollte bereits im Vorfeld abgesprochen werden, mit welchen Lesematerialien gearbeitet werden soll. Alle TeilnehmerInnen sollten die Texte so rechtzeitig erhalten, dass sie sich bereits mit ihnen vertraut machen können. Dann müsst ihr in der Diskussion nicht bei Null anfangen, sondern habt bereits einen Einblick in die Thematik.
Je eher und intensiver diese Absprachen stattfinden, desto mehr haltet ihr euch den Rücken frei und könnt eure Vorbereitungen auf die reine Organisation beschränken.
Desweiteren müsst ihr mit den ReferentInnen die technischen Mittel, die sie benötigen, und die Höhe der Honorare absprechen. Gerade hier solltet ihr Möglichkeiten nach Unterstützung ausloten. Vielfältige Erfahrungen haben gezeigt, dass verschiedene Träger häufig ohne große Probleme finanzielle und technische Unterstützung bei der Durchführung von Seminaren leisten.
Auch wenn ein Seminar eine Veranstaltung zum Lernen und Vertiefen ist, solltet ihr eine reine Schul- bzw. Universitätsatmosphäre vermeiden. Nutzt ausgewogene Methoden zum Lernen von Inhalten, zur Vertiefung und zur Diskussion. Auch Seminare können - mit guter Vorbereitung - spannend sein. Nicht zuletzt sind ausreichende Pausen für Entspannung zwischen den Arbeitsphasen unentbehrlich.
Am Ende eines Seminars sollten Hinweise gegeben werden, wie sich Interessierte weitergehend mit dem Thema beschäftigen können. Hierzu zählt z.B. der Austausch von Adressen, das Bekanntmachen von Anlaufstellen oder der Hinweis auf andere Veranstaltungen.

Workshops

Im Gegensatz zur Wissensvermittlung in Seminaren etc. stellen Workshops die konzentrierte Arbeit - außerhalb des normalen Alltags - an einem Thema in den Mittelpunkt. Ein Workshop ist ein Arbeitstreffen eurer Gruppe, bei dem gemeinsam Lösungen erarbeitet werden für Probleme, die euch betreffen. Die Ergebnisse des Workshops sollen für euch in der Praxis anwendbar sein und über die Dauer des Workshops hinaus Wirkung zeigen. Formen des Workshops sind beispielsweise Zukunftswerkstätten und Open Spaces. Kümmert euch bei der Vorbereitung darum, dass ein externer Mensch die Moderation übernimmt, also jemand, der nicht aus eurer Gruppe kommt. Wenn dies nicht funktioniert, dann solltet ihr zumindest darauf achten, dass die Moderation neutral ist und ausreichende Kenntnisse über die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung eines Workshops hat. Schließlich wäre nichts schlimmer als ein schlecht gelaufenes Treffen und der Frust danach bei allen.
In Workshops soll kein stumpfes Lernen von Inhalten betrieben werden. Vielmehr soll ein Raum entstehen, in dem sich alle Leute einbringen können, egal ob sie sich in einem Thema besonders gut auskennen oder Betroffene von einem Problem sind. Darauf muss hingearbeitet werden. Natürlich schließt dies nicht aus, dass ein kurzes Referat (oder mehrere im Workshop verstreut) alle Teilnehmenden auf den gleichen Wissensstand bringen kann. Allerdings solltet ihr darauf achten, keine ermüdende Lehrveranstaltung á la Schule oder Universität entstehen zu lassen. Deswegen bietet sich etwa ein Frage-Antwort-Spiel mit ExpertInnen an, da diese dann nur Sachen erzählen, die für euch auch wirklich von Interesse sind.
Zu Beginn eines Workshops müssen zunächst verschiedene Aspekte eines Problems sichtbar gemacht werden. Im Anschluss daran sollen mögliche Antworten diskutiert, bewertet und in Arbeitsgruppen vertieft und ausgebaut werden. Am Ende eines Workshops sollen Ergebnisse stehen, die von allen Teilnehmenden erarbeitet, diskutiert und bewertet wurden. Nur so können erarbeitete Lösungen, gruppendynamische Prozesse und die gute Laune über den Workshop hinaus wirken. In einem guten Workshop werden am Ende Aufgaben verbindlich verteilt, damit die erarbeiteten Lösungen auch wirklich in der Praxis ankommen. Wenn die Teilnehmenden lange nach einem Workshop ihre Ergebnisse in der Praxis sehen, dann ist die Motivation für weitere Beteiligung an Projekten gegeben.
Und natürlich ist es wie bei allen Formen des Arbeitens und Lernens: Die Atmosphäre (Raum, Stühle, Helligkeit Wärme, Essen etc.) muss stimmen, da schlechte Laune die Denk- und Diskussionsfreudigkeit behindert und sicherlich keine befriedigenden Ergebnisse bringt.

Strassenfeste & Konzerte

... wird gerade überarbeitet _ in Kürze gibt`s auch dazu mehr..



Rechtsextreme auf Veranstaltungen


Leider müssen sich in der letzten Zeit immer mehr Veranstalter / -innen mit der Situation auseinander setzen, dass Nazis ihre öffentliche Veranstaltung besuchen wollen. Für die Nazis gehören solche Provokationen zu einer Strategie, die sie selber als "Wortergreifungsstrategie" bezeichnen.

Wie das aussieht, beschreibt die mbr Berlin so:
"Rechtsextreme halten sich in der Öffentlichkeit formal an die bestehenden Gesetze und versuchen das Bild zu vermitteln, sich im "ganz normalen, demokratischen" Meinungsspektrum zu befinden. Indes verfolgen sie mit ihren Veranstaltungsbesuchen ein strategisches Ziel: Die Teilnahme erfolgt gezielt mit der Absicht, die Meinungsführerschaft in solchen Veranstaltungen zu übernehmen. Strategie der Rechtsextremen ist die „Wortergreifung immer und überall“. Diskussionen sollen dominiert, aktuelle ge-sellschaftliche Themen rechtsextrem besetzt werden.
Diese Strategie verfolgen geschulte Kader, um:
• den politischen Gegner verbal zu attackieren, zu provozieren und möglichst bloßzustellen,
• im persönlichen Gespräch die politischen Ziele der Rechtsextremen unaufdringlich im Verwandten- und Bekanntenkreis, am Arbeitsplatz und im Verein und stärker als bisher in die Öffentlichkeit zu tragen.
• Kontakt zu neuen (politisch interessierten) Personengruppen herzustellen,
• durch phantasievolle Aktionen öffentliche Aufmerksamkeit zu erregen, bspw. das überra-schende Entrollen von Transparenten im Rahmen großer öffentlicher Ereignisse
• Veranstaltungen des politischen Gegners oder parteipolitisch neutrale Versammlungen kosten- und auflagenfrei zu Propaganda- bzw. Werbeveranstaltungen für rechtsextreme Ideologien umzufunktionieren
• durch umfangreiche Wortbeiträge und Darstellungen der eigenen Positionen öffentliche Veran-staltungen und deren Verlauf zu bestimmen
• die Gemeinsamkeiten der demokratischen Kräfte in der Ablehnung der Rechtsextremen und deren Meinungen zu unterhöhlen oder zu spalten.
Im NPD-Organ "Deutsche Stimme" forderte der NPD-Vorsitzende Voigt bereits im Jahre 2003 die Wortergreifung besonders auf offiziellen Veranstaltungen und auf Veranstaltungen des politischen Gegners. Einfache Mitglieder sollen ebenso wie Führungskader besser auf die politische Auseinandersetzung vorbereitet werden."

Für die Veranstalter / -innen bedeutet dies eine große Herausforderung. Es gibt viele Möglichkeiten, sich im Vorfeld darauf einzustellen und sich gegen unliebsame Störungen abzusichern.

Eine davon ist, Mitglieder der rechtsextremen Szene schon vorher, sozusagen präventiv, von der Veranstaltung auszuladen. Dazu müsst ihr einen Text auf euren Ankündigungen abdrucken wie diesen:

"Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten Parteien oder Organisationen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige Menschen verachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen."

Wenn ihr befürchtet, dass Ihr unfreundlichen Besuch bekommen könntet, dann lest Euch mal die kurze Broschüre durch, die ihr -> hier zum download findet. Bei weiteren Fragen könnt ihr Euch an das apabiz oder auch an mobile beratungsteams wenden.