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Wehrt Euch

Wehrt euch dagegen, wenn die Nazis sich breit machen wollen! Gebt ihnen keinen Fußbreit von eurem Dorf, eurer Stadt, eurer Schule, euren Clubs und Treffpunkten.

Es gibt kein Patentrezept dafür, wie ihr euch ihnen am Besten entgegenstellt. Das wichtigste ist: Schaut nicht weg! Mischt euch ein, wenn ihr mitbekommt, dass Nazis jemanden anpöbeln oder angreifen, kratzt Naziaufkleber ab, wenn ihr sie seht, übermalt Nazischmierereien. Wenn kaum jemand gegen Naziparolen oder Angriffe protestiert, trauen sich die Nazis immer mehr.

Wir können euch hier keine Anleitungen dafür geben, was ihr tun müsst, wenn ihr vor einem bestimmten Problem steht. Das Nachdenken und Ausdenken von Aktionen oder Reaktionen kann euch keiner abnehmen. Aber wir können euch Anregungen geben, Ideen und Beispiele von Aktionen, die erfolgreich waren.

Informiert euch

Wenn ihr Stress mit Nazis habt, ist es hilfreich, wenn ihr wisst mit wem ihr es zu tun habt. Nicht jeder Nazi sieht aus wie ein Naziskin, und auch sehr junge ("Babynazis") haben schon Leute umgebracht. Auch wenn bestimmte Symbole oder Organisationsabzeichen auftauchen, ist es gut zu wissen, um wen es sich handelt oder wer dahinter steht. Fragt antifaschistische Initiativen oder Archive, am besten aus eurer Region. Falls es so etwas in eurer Gegend nicht geben sollte, was ihr ja ändern könnt (Gruppe gründen), dann fragt in der nächsten Stadt oder im Landkreis. Wenn ihr Informationen über einen bestimmten Personenkreis oder eine Gruppe habt, auch wenn es nur die Tatsache ist, dass sie existiert, dann gebt diese Informationen an antifaschistische Initiativen weiter. Das kann später anderen Leuten, die in der selben Situation sind wie ihr, helfen. Wenn ihr selbst recherchieren wollt (was immer sinnvoll ist), schaut bei Recherche nach.

Nazikonzert in einer Kneipe oder Disko

Wenn ihr mitkriegt, dass Nazis ein Konzert oder Treffen in einer Kneipe veranstalten wollen, müsst ihr aktiv werden. Fragt antifaschistische Initiativen, ob sie etwas über die Organisatoren oder Bands wissen und informiert sie über den Termin. Nicht jede Band mit einem bescheuerten Namen muss gleich eine Naziband sein. Viele gute Informationen zu rechten Bands bekommt ihr auch auf der Seite www.turnitdown.de.
Setzt euch zusammen, sammelt die Informationen, die ihr habt, und verteilt die Aufgaben. Es gibt einiges was ihr tun könnt!


Als erstes solltet ihr die Besitzer der Kneipe informieren. Meist werden solche Konzerte von nett zurecht gemachten Kontaktleuten als harmlose Geburtstagsfeiern angemeldet. Die Besitzer müssen also nicht unbedingt wissen, was in ihrer Kneipe stattfinden soll. Stellt ihnen Informationen zusammen über die Organisation oder die Leute, die hinter dem Konzert stehen, sowie über die teilnehmenden Bands. Konzertberichte aus Naziskinzines sind da sehr aussagekräftig, und die bekommt ihr z.B. bei antifaschistischen Archiven.
Wenn die Besitzer es o.k. finden, dass Nazis Konzerte in ihren Räumen abhalten, und sei es nur aus Geldgeilheit, dann informiert als erstes die Brauerei der Kneipe. Meist haben Kneipen feste Brauereiverträge, und Nazis sind immer schlecht fürs Image, auch für Brauereien.
Wenn auch das nichts nützt, macht die Geschichte öffentlich. Informiert die Presse, den Bürgermeister, die Polizei und die Nachbarschaft (selbst schreiben). Verteilt Flugblätter in der Nachbarschaft, sammelt Unterschriften etc. - lasst euch was einfallen, um Aufmerksamkeit zu erregen. Auf Leute, die aus Geldgeilheit Geschäfte mit Nazis machen, braucht ihr keine Rücksicht zu nehmen. Wenn sie von selbst nicht kapieren, was sie da tun, dann müsst ihr dafür sorgen, dass sie es anders spüren.

Sollte das alles nichts bringen und das Konzert wird nicht abgesagt, dann müsst ihr mobilisieren. Veranstaltet eine Kundgebung, am besten direkt vor der Kneipe. Meldet sie an und organisiert euch Unterstützung. Oft haben die Nazis schon vorher Ausweichsorte abgeklärt. Versucht diese herauszufinden, fragt Freunde in den umliegenden Dörfern/Bezirken.

Ein Naziladen/Nazikneipe in eurer Stadt/Dorf

Wenn sich ein Naziladen in eurem Dorf oder in eurer Stadt befindet, müsst ihr aktiv werden. Diese Läden versorgen ihre Kundschaft mit all dem Dreck, den ein Nazi so braucht (Musik, Klamotten, etc.), und sind oft beliebte Treffpunkte. Der richtig harte Stoff (indizierte CDs, Skinzines oder Waffen) liegt dort zwar nicht offen im Schaufenster, aber wenn die "richtigen Kameraden" fragen, kriegen sie dort meist alles. Fragt antifaschistische Initiativen oder Archive, was sie über den Laden oder die Besitzer wissen, ob es sich um eine Ladenkette oder einen einzelnen Laden handelt und wer dahinter steht.

Sammelt Informationen und stellt eine Mappe zusammen. Das kann sehr nützlich sein bei dem, was ihr jetzt tut.

Versucht rauszukriegen, wem der Laden gehört, und ob er nur verpachtet ist. Wenn ihr wisst, wer die Vermieter sind, informiert sie darüber, um welchen Laden es sich handelt. Große Hausverwaltungen kriegen das oft nicht mit, weil keiner sich drum kümmert was dort genau läuft. Und solange die Miete immer pünktlich kommt, ist das vielen auch scheiß egal!
Informiert den/die BürgermeisterIn, redet mit Leuten, die im Stadtrat oder Gemeinderat sitzen. Sorgt dafür, dass sich die Verantwortlichen damit auseinandersetzen, und informiert die Öffentlichkeit. Am besten, ihr startet eine Kampagne. Das hat schon in einigen Fällen dafür gesorgt, dass die Läden dicht gemacht wurden. Das "Cafe Germania" in Berlin oder "Hehls World" in Ludwigshafen sind Beispiele für erfolgreiche antifaschistische Kampagnen.

Rechtsextreme Publikationen in Buchläden, Zeitschriftenläden

Immer wieder stößt man in Kiosken und Zeitschriftenläden auf rechtsextreme Publikationen. Betrachtet man sich die Kataloge der großen Zeitschriftenvertriebe, findet man neben der Deutschen Stimme und der Jungen Freiheit noch etliche rechtsextreme Zeitungen und Zeitschriften im Angebot.

Viele KioskbesitzerInnen legen diese aus Unkenntnis aus, andere berufen sich auf Meinungsfreiheit und Demokratie. Rechtsextremismus gehört jedoch nicht zu einem demokratischen Staat, und Meinungsfreiheit darf für eine menschenverachtende Ideologie kein Argument sein. Toleranz findet ihre Grenze bei diskriminierenden und rassistischen Positionen. Wer dazu beiträgt, rechtsextreme Publikationen zu verbreiten, unterstützt diejenigen, die hinter diesen Machwerken stehen.
Wenn ihr mitkriegt, dass der Kiosk oder Buchladen um die Ecke solche Publikationen verkauft, dann solltet ihr die Betreiber darauf aufmerksam machen. Erklärt ihnen, um welche Publikationen es sich handelt und was es damit auf sich hat. Bittet auch eure FreundInnen darum, den/die KioskbetreiberIn anzusprechen. Wenn viele StammkundInnen erklären, dass sie ihre Zeitung sonst woanders kaufen, werden die meisten das Nazizeug aus dem Programm nehmen. 
Solltet ihr merken, dass immer mehr Kioske oder Buchläden diesen Dreck verkaufen, überlegt, ob sich nicht eine Kampagne lohnt!

Nazikram auf Flohmärkten

Immer wieder werden auf Flohmärkten Nazisachen verkauft. Das geht von Materialien aus der NS-Zeit über Bücher und Zeitschriften bis hin zu aktuellen Nazi-CDs. Zuerst solltet ihr mit dem/der HändlerIn sprechen. Fragt nach, ob ihr/ihm bewusst ist, um was für Zeug es sich handelt. Dann fordert die betreffende Person auf, das Zeug zu entfernen. Reagiert sie nicht, könnt ihr euch an die Verwaltung des Flohmarkts wenden. Falls das auch nichts bringt, versucht Öffentlichkeit herzustellen, sprecht BesucherInnen des Flohmarktes an: "Hier wird Nazimaterial verkauft, wie finden sie dass?". Wenn das alles nichts hilft, könnt ihr auch die Polizei rufen. Haltet euch als Zeuge bereit und fragt andere BesucherInnen, ob sie auch als ZeugIn zur Verfügung stehen.

Infostände rechtsextremer Parteien oder Organisationen

Bei öffentlichen Veranstaltungen (Dorf- & Stadtfeste) ist es nicht selten, dass auch rechtsextreme Parteien oder Organisationen mit Infoständen vertreten sind. Auch hier ist es wichtig, diese nicht zu ignorieren. Sprecht die Leute an, die sich dort aufhalten und informiert sie darüber, um welche Partei bzw. Organisation es sich handelt und welche menschenverachtende Ideologie sich dahinter verbirgt. Nett ist es auch immer wieder, in einer größeren Gruppe, das ausliegende Werbematerial ganz offensichtlich in mitgebrachten Müllsäcken verschwinden zu lassen. Auch wenn es nicht um verbotene Organisationen geht, sollten Demokratie und Meinungsfreiheit nicht als Argumentation herhalten müssen.

Naziaufmärsche

Die Zahl der von Nazis veranstalteten Aufmärsche hat in den letzten Jahren rapide zugenommen. Die Absicht dabei ist unter anderem, durch möglichst häufiges öffentliches Auftreten eine Art Gewöhnungseffekt zu erzielen: nach dem x-ten Aufzug wird es eben irgendwie normal, dass Nazis (wieder) durch die Strassen marschieren. Gegen eine solche Rückkehr zur Normalität müsst ihr natürlich etwas unternehmen.

Wenn ihr mitbekommt, dass die Nazis durch eure Stadt ziehen wollen, dann macht euch erst mal schlau, was genau Sache ist, also: Welche Organisation steckt hinter dem Aufzug, wer hat ihn angemeldet, unter welchem Motto findet er statt, wie viele Nazis werden wohl erwartet, welche Demoroute ist vorgesehen usw..[siehe Recherche]

Dann müsst ihr versuchen, Öffentlichkeit herzustellen: Geht mit euren Infos zu euch nahestehenden JournalistInnen [siehe Umgang mit Presse], kontaktiert andere Gruppen und Organisationen, mit denen ihr ein Bündnis bilden könnt.

Betreibt inhaltliche Aufklärungsarbeit. Oftmals marschieren die Nazis unter einem Motto, das mit Neonazismus scheinbar wenig zu tun hat. Sie demonstrieren beispielsweise für „soziale Gerechtigkeit“ oder für „Meinungsfreiheit“. Ihr müsst der Öffentlichkeit klar machen, was das denn für eine „soziale Gerechtigkeit“ ist, für die die Nazis auf die Straße gehen. Setzt die Schlagworte und Parolen in den Kontext der nazistischen Ideologie, aus dem sie ihren Sinn beziehen. Versucht herauszuarbeiten, was tatsächlich hinter den plakativen Aussprüchen steckt.

Wenn ihr durch gut organisierte Aufklärungs-, Informations- und Bündnisarbeit öffentlich Druck gemacht habt, reicht das manchmal schon aus, um den Naziaufmarsch bereits im Vorfeld zu verhindern. Wenn die öffentliche Meinung auf eurer Seite steht, werden sich Ordnungsamt oder Polizeichef wohl zu einem Verbot des Umzugs durchringen können.

Die Erfahrung zeigt allerdings, dass ihr euch darauf nicht verlassen dürft. Die Nazis klagen gewöhnlich gegen solche Beschlüsse, und bis alle Gerichtsinstanzen durchlaufen sind, dauert eine Weile. Es ist also oftmals erst wenige Tage vor dem Aufmarsch klar, ob das Verbot nun rechtsgültig ist oder nicht.

Und darauf müsst ihr euch vorbereiten.

Meldet eine Gegendemo oder –kundgebung für den Tag des Naziaufmarsches an (Aktionen/Demo) und mobilisiert dafür. Bereitet Flugblätter vor, mit denen ihr PassantInnen über die Nazis und ihren Aufmarsch informieren könnt.

Seid präsent, wenn die Nazis auf der Straße sind! Das kann heißen, das ihr euch schon vor den Nazis an ihrem angemeldeten Treffpunkt oder am Bahnhof einfindet und sie entsprechend begrüßt. Oder dass ihr versucht, den Abmarsch der Nazis zu verhindern, indem ihr die Demoroute blockiert. Bei solchen Aktionen müsst ihr natürlich damit rechnen, dass ihr um Konfrontationen mit der Polizei nicht drumrumkommt. Ihr solltet also immer versuchen, eine realistische Einschätzung der Lage und der Kräfteverhältnisse vorzunehmen und euer Handlen danach ausrichten. Wenn ihr nur zu zehnt seid, ist die Wahrscheinlichkeit, dass eure Blockade erfolgreich ist, ziemlich gering.

Wenn ihr den Aufmarsch nicht gänzlich verhindern könnt, dann versucht, wenigstens seinen geregelten Ablauf zu stören. Eurer Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Ihr könnt die Nazis mit Musik und Lärm beschallen, so dass sie ihre eigenen Redebeiträge nicht verstehen können. Ihr könnt ihre Demoroute auf verschiedenste Weise verzieren und und und... Seid phantasievoll und kreativ!

Achtet bei allen Aktionen und auch bei der An- und Abreise auf euch und andere und bewegt euch in Gruppen!

Nazigruppen in anderen Demos

Keine Seltenheit ist es auch, dass Nazis an nicht-rechten Demonstrationen und Kundgebungen teilnehmen. Dies kann mitunter ganz offen geschehen, indem sie eindeutige Plakate und Transparente mit sich führen, aber auch verdeckt. Besonders gerne mischen sich Nazis unter Friedensdemos, wie beispielsweise bei den Demos gegen den Irakkrieg, oder unter Demos gegen Sozialabbau und dergleichen. Das hat damit zu tun, dass sich bei solcherlei Demos oftmals ein buntes Gemenge der verschiedensten politischen Spektren aus den unterschiedlichsten Motivationen auf die Straße begibt. Bei den Demos gegen den Krieg im Irak war z.B. ein hohes Potential antiamerikanischer Ressentiments zu beobachten, das den Nazis gute Anknüpfungspunkte geboten hat. Auch die Proteste gegen die Hartz-IV-Reformen boten den Nazis vielerorts die Gelegenheit, sich mit ihren Vorstellungen von „sozialer Gerechtigkeit“ und ihren Vorschlägen zur Verringerung der Arbeitslosigkeit ganz ungeniert in der Öffentlichkeit zu bewegen.

Wenn ihr mitbekommt, dass bei euch in der Gegend die Nazis sich unter solche Demos mischen, müsst ihr auch aktiv werden. Sprecht zunächst mit der Demoleitung, also denjenigen Leuten, die die Demo angemeldet haben. Weist sie darauf hin, dass Nazis hier nichts zu suchen haben, und besteht darauf, dass diese von der Demo ausgeschlossen werden.

Das ist manchmal leichter gesagt als getan. Es ist schon vorgekommen, dass die Demoleitung die Nazis aus ihrer Demo ausschließen wollte, sie aber unter Polizeischutz wieder in die Demo eingeschleust wurden. Die Behörden beriefen sich hierbei auf das Grundgesetz und das Versammlungsgesetz. Darin ist festgelegt, dass grundsätzlich jedeR an öffentlichen Versammlungen teilnehmen darf. Ausgeschlossen werden können nur diejenigen, von denen eine erhebliche Störung der Durchführung der Versammlung oder der Sicherheit der versammelten Personen zu erwarten ist. Es ist also zunächst eine Ermessensfrage, was denn als eine erhebliche Störung gewertet wird. Wenn die bloße Anwesenheit von Nazis von den Behörden nicht als Störung in diesem Sinne gewertet wird, bleibt euch unter Umständen noch, die Konfrontation mit den Nazis zuzuspitzen.

Leistet Aufklärungsarbeit und erstellt Flyer, in denen ihr die übrigen DemoteilnehmerInnen über die Nazis in ihrer Mitte informiert.

Angriffe von Nazis

Ihr werdet angegriffen:

Auf die Situation, dass ihr Opfer eines Angriffes von Nazis werdet, könnt ihr euch vorbereiten. Spielt eine solche Situation gemeinsam durch, besprecht Handlungsoptionen und diskutiert darüber. Ihr solltet klar haben, welches Risiko ihr persönlich eingehen könnt.

Solltet ihr einmal in die Situation kommen, versucht vor allem ruhig zu bleiben. Lasst euch von der Angst nicht lähmen. Lasst euch nicht in die Opferrolle drängen, reagiert nicht unterwürfig, auch wenn euch vor Angst die Knie schlottern. Sprecht Umstehende direkt und persönlich auf Hilfe an. Fordert sie evtl. auf, die Polizei zu rufen. Haltet Blickkontakt zu den Angreifern, versucht Kommunikation herzustellen. Duzt die Angreifer nicht. Umstehende könnten sonst denken, dass es sich um einen persönlichen Konflikt handelt.

Alles, was euch in der Situation hilft zu überleben, ist richtig. Schreit laut, ruft nach Hilfe oder nach der Polizei.

Andere werden angegriffen:

Werdet ihr Zeuge eines Angriffs auf andere, werdet sofort aktiv. Zuerst solltet ihr die Polizei rufen oder z.B. in der S-Bahn den Fahrer auffordern, dies zu tun. Schreit auf die Angreifer ein, sie sollen aufhören. Sprecht Umstehende direkt und persönlich an, fordert sie auf zu helfen. Je mehr Menschen sich einmischen, umso unüberschaubarer und unberechenbarer wird die Situation für die Angreifer.

Seid offensiv, bezieht Stellung! Haltet euch als Zeuge bereit und fordert andere auf dies auch zu tun. Merkt euch Aussehen und Kleidung der Täter und beschreibt diese bei der Polizei.

Übrigens: falls Umstehende nicht helfen, sondern im Gegenteil Beifall klatschen, solltet ihr das der Polizei melden. So ein Verhalten ist nicht nur scheiße, sondern auch strafbar!

Rassistische/sexistische Sprüche

Solltet ihr mitbekommen, dass rassistische oder sexistische Sprüche geäußert werden, macht den Mund auf. Sprecht die Person direkt an und fordert sie auf das zu unterlassen, egal ob es erkennbare Nazis oder nur irgendwelche Dumm-Bürger sind. Rassistische oder sexistische Sprüche sind in Deutschland Teil des Alltags geworden, das heißt aber nicht, dass ihr es auch tolerieren müsst. Zudem erfüllen rassistische Sprüche oftmals den Tatbestand der Volksverhetzung und sind strafbar.

Sprecht Umstehende an, geht gemeinsam gegen die Sprücheklopfer vor. Oft reagieren Umstehende nur dann, wenn ihr sie direkt und persönlich auffordert. Also nicht an die Masse appellieren, sondern einzelne direkt ansprechen. Viele trauen sich erst dann was zu sagen, wenn andere den ersten Schritt tun.

Wenn ihr in der Zeitung rassistische oder diskriminierende Berichterstattung bemerkt, schreibt einen Leserbrief und droht eventuell mit der Kündigung eures Abos.

Rassistische Türsteher in der Disco

Es kommt immer wieder vor, dass Türsteher in der Disko Menschen mit dunkler Hautfarbe nicht reinlassen. Wenn ihr so etwas mitbekommt, solltet ihr aktiv werden! Sprecht die Besitzer der Disko direkt an, fordert sie auf, solche rassistischen Einlasskontrollen zu unterbinden. Falls das nichts hilft, schafft Öffentlichkeit. Mobilisiert eure Pressekontakte.(Umgang mit Presse). Ihr könnt euch auch Unterstützung bei Gewerkschaften oder Parteien holen. Organisiert eine Kundgebung vor der Disko, verteilt Flugblätter und klebt Plakate, z.B. "In dieser Disko werden rassistische Einlasskontrollen praktiziert". Sprecht BesucherInnen direkt an, fordert sie auf, gegen die Einlasspolitik zu protestieren. Sollte es mehrere Läden geben, die Menschen mit dunkler Hautfarbe nicht reinlassen, könnt ihr eine "schwarze Liste" anfertigen und sie verteilen.

Wenn eure Aktion erfolgreich war, vergesst nicht, immer wieder mal zu überprüfen, ob so etwas wieder passiert, sobald einige Zeit vergangen ist.